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Wenn du die Grenze nicht wüsstest 1. Juni 2018

Posted by josefbutscher in Gedicht mit Foto.
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Kornfeld-2010-07.2595

Sieh die Bestrickung des Geistes,

sieh die Wallung des Gemütes,

sieh, wie verfänglich verwoben

die Regungen der Seele!

 

Verhängnis waltet über dem Tun des Menschen.

Im Wachen, im Traum, allüberall

verfolgt ihn der Schrei der Gewalt,

der Bestürzung, der Ohnmacht.

Was ist? Was besteht?

Baut überall um uns nicht Armut ihr Haus?

Abstieg und Fall

sind die Zeichen der Zeit.

 

Und doch: Wenn du die Grenze nicht wüsstest,

bliebe dir Sehnsucht nicht fremd?

Und doch: Wenn alles geklärt,

wäre nicht Stolz das Gefährt deiner Wahl?

 

Nur wer sich selbst verfehlt,

wartet auf Heilung.

Keiner empfängt,

was nicht zuvor erbeten.

Und keiner teilt aus,

was nicht zuvor die Gnade gebar.

Erhoben wird nur der Geringe.

Josef Butscher

 

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