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Wunschzettel 1. Januar 2019

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Wenn ich uns etwas wünschen dürfte,

dann dies:

Fliederduft des Frühlings in Haar und Gemüt,

Lerchengesang des Sommers in Auge und Herz,

Seelenfrucht des Herbstes für Nahrung und Aussaat

und im Winter Schnee, der das Versäumte zudeckt.

 

Wenn ich uns etwas wünschen dürfte,

dann dies:

Beflügelte Füße am Morgen,

heilende Hände für den Tag,

besonnte Felder am Abend

und eine Decke zur Nacht, die das Misslungene einrollt.

 

Das wünschte ich uns

für jedes vergangene und kommende Jahr,

für jeden gewesenen und noch zu erwartenden Tag.

Josef Butscher

(Aus: Josef Butscher, Wachsen in der Liebe, Seite 269)

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Jahreszeit – Lebenszeit 1. August 2018

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Felder.Strohballen.-DSC_237

Der Frühling

durchpflügt die Felder.

Der Sommer

lässt das Saatgut wachsen.

Der Herbst

bringt die Ernte ein.

Der Winter

lädt ein zur Ruhe.

 

So sei auch du:

Pflüge, wachse, ernte, ruhe!

Josef Butscher

 

 

 

Zeit des Vergessens 2. Mai 2018

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Weinbergshuette-2010-04.-01

Das ist der Lauf der Welt:

Schneller als du denkst,

werden alte Verbindungen gekappt.

Du wirst vom Zufluss der Zeit isoliert

und sitzt auf dem Trockenen.

 

Du isst das harte Brot der Entbehrung,

du trinkst den trüben Saft der Einsamkeit.

 

Ertrage!

Stark wirst du nur,

wenn du die sieben frostigen Winter überstehst

und dich in dieser Zeit des Vergessens

nicht selbst vergisst.

Josef Butscher

Resignation am Frühlingsanfang 1. März 2018

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Winterlandschaft-2010-12.-6

Da lag er nun,

der lange Winter,

und wusste genau,

dass er den nächsten Frühling

nicht überstehen würde.

 

Da lag er nun,

der Winter,

langgestreckt,

Tränen in den Augen.

 

Trauerkloß!

Warum wartest du nicht

mit Freuden

auf den nächsten Winter?

Josef Butscher

Sommer 1. Juli 2017

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Sonnenblume.-1343

Ein heiterer Sommer wiegt drei harte Winter auf.

Josef Butscher

Wohin? 2. August 2015

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Haus-mit-Torbogen.-Menorca-

Wohin fliehen
vor den Regengüssen,
den Gewitterstürmen,
dem Trommelfeuer des Hagels?

Wohin fliehen
vor der wandernden Wüste,
der sengenden Sonne,
der Durststrecke ohne Wegbeschreibung?

Wohin fliehen
vor dem Einbruch der Kälte,
dem treibenden Eisberg,
der Sichtlosigkeit der Winternacht?

Wohin fliehen
vor den unerwarteten
Schlechtwetterzonen der Zeit –
wenn nicht zu dir, mein Gott?

Josef Butscher

Der Winter 1. Dezember 2014

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Haeuser-an-Metter-BM-4564-j

Der Winter ist der Vorbote des Frühlings.

Josef Butscher

Wenn Mensch den Menschen liebt 1. September 2014

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Mann-u.-Maedchen.-Kreta-201

Wenn Mensch den Menschen liebt,

feuchtet Labsal das Frühlingsland,

gedeiht die Sommersaat Gnade,

reift die Herbstfrucht Zuversicht,

glitzert der Winterschnee Vergebung.

 

Wenn Mensch den Menschen liebt,

ertönt der Lockruf Segen.

Josef Butscher

Das Jahr 30. April 2012

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Wer den Frühling nicht genießt,
weil er die Sommerhitze scheut;
wer sich im Sommer nicht wohlfühlt,
weil ihn die Herbststürme ängstigen;
wer den Herbst nicht auskostet,
weil er die Winterkälte fürchtet;
wer sich im Winter nicht freut,
weil er keinen neuen Frühling erwartet;
der hat aus einem Lebensjahr
ein totes Jahr gemacht.

 Josef Butscher

Jahreszeiten 1. Dezember 2011

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So gern und immer neu bedacht
der Jahreszeiten Lebensdaten:
Des Frühjahrs Lust zu frischen Saaten,
des Sommers Licht, der Wärme Strahl,
des Herbstes Früchte ohne Zahl
und dann des Winters Festgewand,
wenn Schnee bedeckt das weite Land.

So gern und immer neu bedacht
auch meine Daten, meine Zeiten,
die waren, sind und noch begleiten:
Der Kindheit Spiel, der Jugend Tanz,
der mittlern Jahre schöner Glanz,
das Wachsen, Werden, unbeirrt,
die Neugier, was noch kommen wird.

So gern und nie genug bedacht:
Das Jahr, die Zeit, des Lebens Pracht.

Josef Butscher