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Wunschzettel 1. Januar 2019

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Wenn ich uns etwas wünschen dürfte,

dann dies:

Fliederduft des Frühlings in Haar und Gemüt,

Lerchengesang des Sommers in Auge und Herz,

Seelenfrucht des Herbstes für Nahrung und Aussaat

und im Winter Schnee, der das Versäumte zudeckt.

 

Wenn ich uns etwas wünschen dürfte,

dann dies:

Beflügelte Füße am Morgen,

heilende Hände für den Tag,

besonnte Felder am Abend

und eine Decke zur Nacht, die das Misslungene einrollt.

 

Das wünschte ich uns

für jedes vergangene und kommende Jahr,

für jeden gewesenen und noch zu erwartenden Tag.

Josef Butscher

(Aus: Josef Butscher, Wachsen in der Liebe, Seite 269)

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Weil bald Weihnachten ist 1. Dezember 2018

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Kommentar zu „Stille Nacht …“

Die Stille ist der Nacht schon immer gut bekommen,

doch leider nicht den lauten Frommen.

Josef Butscher

O Komm, du tiefe Nacht 1. November 2018

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O komm, du tiefe Nacht!

Vom Lärm des Tags verführt, genarrt,

sucht meine Seele Ruh

in deiner Friedensgegenwart.

 

O komm, du tiefe Nacht!

Schenk Schlaf, von keiner Schuld erschreckt,

bis mich das Morgenlicht

zu neuem Tagwerk auferweckt.

Josef Butscher

Wage es 1. August 2018

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Die Gefilde der Nacht

sind heilige Bezirke.

Wage es, Demut zu üben,

stille zu werden

und das Ausruhen nicht

als Vergeudung anzusehen.

Wage es, die Nacht

Nacht sein zu lassen.

Josef Butscher

 

 

Reiseerlebnis 1. Februar 2017

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Alle Boote abgefahren.

Also schlenkerte ich die Straße entlang,
links neben mir die von Postkarten bekannten,
bunt getünchten Winkelhäuser.
„Dort kannst du eine Nacht schlafen“,
sagte der Schiffsherr,
der mir einen Schlüssel anvertraute.
Doch ich vergaß,
mir die Hausnummer zu merken.
So ging ich von Tür zu Tür,
aber der Schlüssel passte zu keiner.
War ich
in der falschen Straße unterwegs?

Am letzten Haus angekommen,
meinte ein alter Mann:
„Ja, so ist das Leben;
du hast einen Schlüssel,
aber findest nicht die richtige Tür.“
Und er lud mich ein,
bei ihm zu übernachten.

Josef Butscher

Manchmal 1. Juni 2016

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Manchmal begreifen wir erst in den Nächten wie schön das Licht ist.

Josef Butscher

Wacht auf! 1. Juni 2016

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Magnolie,geschlossen-2016-0

Wacht auf!
Die Nacht ist zu Ende!
Tag bricht an!
Lang Erhofftes erfüllt sich.
Nie Gekanntes wird Wirklichkeit.

Der in Gott Verliebte
bricht Gefängnismauern ab
und errichtet Wohnstätten,
verwandelt Wüste
in einen Paradiesgarten,
schmiedet aus Schwertern Pflüge.

Wacht auf!
Schüttelt den Schlaf aus den Gliedern,
zündet Lichter an,
hüllt euch in Festgewänder,
singt in die Festung der Trauer ein Loch,
feiert die Freude herbei!

Josef Butscher

Beschleunige den Schritt! 1. März 2016

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Beschleunige den Schritt!
Der Boden ist hart.
Wind zurrt und rüttelt
in den Baumkronen.
Mag sein,
dass Schneesturm aufkommt.

Beschleunige den Schritt!
Wenn die Nacht beginnt,
musst du zu Hause sein.

Josef Butscher

Die Nacht ist vorbei 1. Dezember 2015

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Die Nacht ist vorbei.

Du hast genug geschlafen.

Gestalte den Tag!

Josef Butscher

Der Tag hat sich zurückgezogen 1. Juni 2015

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Der Tag hat sich zurückgezogen,

schließt seine Augen, deckt sich zu,

sagt: „Gute Nacht!“ und „Gute Ruh!“

 

Wie schön, die Stille zu genießen,

die nichts mehr fordert und begehrt,

Erfolg, Verlust vergessen lehrt!

 

Gott hat den Tag, die Nacht geschaffen

und schenkt uns damit Harmonie.

Doch er bleibt wach. Er schlummert nie.

Josef Butscher