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Sperr dich nicht ein 1. April 2019

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Sperr dich nicht ein in deine Zelle,

tritt nicht beständig auf der Stelle,

lass den Ballast der Furcht zurück!

Nur in der Sicht nach vorne liegt das Glück.

 

Zwar kannst du nicht im Voraus sehen,

ob Düfte oder Stürme wehen,

doch wer sich kummervoll versteckt,

der hat noch nie ein neues Land entdeckt.

 

Sieh jedem Tag mit Mut entgegen,

denn die bequem die Sorgen pflegen,

verschlafen ihre Frühlingszeit.

Flick‘ länger nicht dein altes Winterkleid!

 

Warum gelähmt aufs Dunkle stieren?

Wer nichts mehr wagt, kann nur verlieren.

Doch wer schon heute Zukunft denkt,

wird von dem Leben überreich beschenkt.

Josef Butscher

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Menschenzeit 1. Januar 2019

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Weinberg-im-Herbst.-2018-11

Ach, wie kurz blüht Menschenzeit,

prall gefüllt mit Frust und Fragen!

Dennoch: Jeder ist bereit,

mehr zu kämpfen als zu klagen.

 

Tief verborgen wächst ein Mut,

unverwandt nach vorn zu blicken.

Jeder sagt sich: Es wird gut,

meine Wegfahrt wird wohl glücken.

 

Dass du siegst, ist gottgewollt.

Er hat’s dir ins Herz gespeichert.

Er will, dass des Glaubens Gold

sichtbar deinen Tag bereichert.

 

Schlucht und Enge weiten sich

und du kannst ins Lichte schreiten.

Kraft und Tröstung werden dich

bis zum jüngsten Tag begleiten.

Josef Butscher

Einmal 1. Juni 2018

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Einmal wird die Linie gezogen,

wenn der schöne Singvogel sein Nest aufsucht,

wenn der Nebelstreif im Meer versinkt,

wenn das Licht hinter den Hügeln verlöscht,

wenn die Stimme vor der Haustüre verhallt.

 

Einmal wird die Linie, der Schlussstrich, gezogen.

 

Einmal ist Höchstzeit.

 

Aber – zum Glück – weißt du nicht wann.

Josef Butscher

Widerschein 1. Januar 2018

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Das alte Jahr klingt aus,

ein neues wird nun eingeläutet.

Wir gehen vor die Tür hinaus

und warten, dass uns einer deutet,

was wir verschwommen, fern im Dunst,

mit unsren Sinnen wahrzunehmen meinen.

 

Doch niemand gibt Bescheid.

Wir leben nur in Augenblicken,

dem Widerschein von Glück und Leid.

Soll unsre Zukunft dennoch glücken.

dann bleibt uns nur, gelassen sein

und dem Vertrauen einen Vorschuss geben.

Josef Butscher

Bild und Gleichnis 31. März 2017

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Jeder Abend ist ein Abschied,

jeder Morgen ein neuer Empfang.

Jeder Abend ist ein Schweigen,

jeder Morgen ein neuer Gesang.

 

So wechseln die Tage, die Zeiten,

die Armut, das schäumende Glück,

und lassen uns älter und reifer

auf fliehenden Wolken zurück.

 

Beladen mit rastlosem Warten

sind Abend und Morgen ein Bild,

ein Gleichnis der Zukunft verpflichtet,

bis sich unsre Sehnsucht erfüllt.

 

Bis im Paradies der Liebe

jeder betet beim großen Empfang,

bis die Zeiten ohne Abschied

ständig münden in Jubelgesang.

 

Josef Butscher

Der Sommer verlässt seinen Garten 2. Oktober 2016

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Der Sommer verlässt seinen Garten
und zieht sich bescheiden zurück,
er übt sich im Neues erwarten
und träumt vom vergangenen Glück.

Das sei uns als Gleichnis gegeben:
Was wächst, soll in Fülle gedeihn.
Wir könnten zwar weltoffen leben,
doch schließen uns freiwillig ein.

Wir sollten die Stille erkennen,
doch gehen zu hastig, zu weit.
Durch ständiges Jagen und Rennen,
genießen wir nicht mehr die Zeit.

Doch schnell wie ein Sommer sich wendet
zur Zukunft mit prüfendem Sinn,
so bald ist das Leben beendet,
das fragt, was ich war, was ich bin.

Wir Menschen sind hier wie ein Garten,
stets Ansicht und Abschied im Blick,
gepflanzt, um zu sein – und zu warten
aufs bleibende, ewige Glück.

Josef Butscher

Im Himmel und auf der Erde 1. Mai 2015

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Wenn du in die Lüfte fliegst
vor Freude,
wenn du über den Wolken schwebst
vor Glück –
und doch weißt,
dass du dort nicht verweilen kannst,
dann segle bitte sanft herunter
in das Kornfeld Freude
und lande leicht
auf dem Moosbett Glück.

Glück und Freude
leben nicht vom Höhenunterschied.
Sie sind im Himmel
und auf der Erde verortet.

Josef Butscher

Ergreife das Glück 1. Januar 2015

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Ergreife das Glück der Minute,

genieße die Offenheit der Stunde,

vertraue der Geduld des Monats,

durchmesse die Gelassenheit des Jahres,

aber vergiss nicht die Sekunde,

die Sekunde der Entscheidung.

Josef Butscher

Sei gesegnet 1. Dezember 2014

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Sei gesegnet

unter dem Lichtstrahl der Sonne

und dem Raunen der Finsternis!

Sei gesegnet

im Überschwang des Glücks

und in Zeiten der Starre!

Sei gesegnet

in Tagen der Entbehrung

und in Jahren des Wohlstands.

 

Sei gesegnet

im Spiegel der Freude

und im Nachtbild der Trauer.

Sei gesegnet

in der Kraft deiner Jugend

und der Ermattung des Alters!

Sei gesegnet

im Haus deiner Freunde

und im Kreis deiner Einsamkeit!

 

Sei gesegnet

im Namen des Herrn Jesus Christus,

was immer du durchlebst,

wo immer du dich aufhältst!

 

Sei gesegnet

im Namen des Herrn Jesus Christus,

der versprochen hat,

dich niemals zu verlassen.

 Josef Butscher

(Aus: Wachsen in der Liebe, Seite 270f)

Das Glück 2. Januar 2011

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Das Glück ist immer

in deiner Nähe, wartet,

dass du es begrüßt.

Josef Butscher