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Erinnerung an den Propheten Elia 2. Februar 2018

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Damals:

Der Welt so ungeheuer nah das Herz,

tief eingefleischt das Wort,

gekrümmt in Mitleidenschaft,

vertrockneter Schrei,

Dürre verkündend.

Zeit des Gerichts.

Vorzeit zur Regenzeit.

 

Heute:

Weltenfern prophetenlose Zeit,

verschlissene Schwüre auf der Zunge,

routiniert schmerzfrei,

flüssige Rede ohne Ankergrund,

Traumgebäude vermarktend.

Zeit des Gerichts.

Zeit der Entscheidung.

Josef Butscher

Gottesurteil 1. August 2017

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Ei, du frommer, ungetreuer Knecht, der du zeitlebens damit beschäftigt warst, andere zu verurteilen, gehe hin zu ihnen!

Josef Butscher

Vor Gericht 2. März 2012

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Man muss nur den
richtigen Anwalt haben,
sagst du.
Dann kommt man
schon durch
vor Gericht.

Vor der letzten Instanz
stehst du allein.

Wie willst du dich dann verteidigen,
Mensch,
du kleiner Winkeladvokat?

 Josef Butscher

Noch immer 19. Februar 2009

Posted by josefbutscher in Gedicht mit Foto.
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2009-02-19-91.89

Noch immer werden dem Vierfürsten Herodes
mildernde Umstände zugestanden,
hatten ihm doch Salome und der Wein
die Sinne getrübt,
als er Johannes den Täufer köpfen ließ.
Mildernde Umstände?
Freiheit den Scharfrichtern?
Die in ungebremster Sinneslust
Köpfe rollen lassen,
finden immer Entlastungsgutachter.
Mehr noch: 
Wir behängen sie mit Orden,
errichten ihnen Denkmäler,
nennen eine Kaserne, Universität
oder Stadt nach ihren Namen,
gebieten den Druckern, dass sie
in den Geschichtsbüchern der Zukunft
für sinnestrunkene Herrscher
auf jeden Fall ein paar Seiten weiß lassen müssen.
Für Sinnestrunkene gibt es keine Opfer, nur Schurken.
Für Sinnestrunkene gibt es keine Opfer,
ausgenommen die, die sie selbst als Opfertiere
zur Schlachtbank führen für ihre heilige Sache
zum Wohle der Weltbevölkerung
und der Gerechtigkeit auf Erden.

Noch immer
wird der Mord an Johannes als Opfer gedeutet.
Noch immer
wird den Wehrlosen das Schreien verboten,
noch immer
wird der Tag der Vergeltung als Mythos abgetan.
Josef Butscher