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Unterm Mandelbaum 1. April 2019

Posted by josefbutscher in Gedicht mit Foto.
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Mandelbaum-2019-03..3573

Als ich Kind war, hatte ich nirgendwo

einen blühenden Mandelbaum gesehen.

Die Gegend, war zu kalt, wo ich aufwuchs.

Und außerdem:

„Mandelbaum“ das klang so biblisch-orientalisch.

Zu so einer Region stand man in meiner Kindheit,

da man eher die deutsche Eiche pries,

in keiner Beziehung.

 

Jetzt wächst der Mandelbaum auch hierzulande.

Das Klima ist wärmer geworden.

Das unter den Menschen allerdings nicht.

 

Ach, kämen doch alle Liebhaber der Frühlingswärme

unter einem blühenden Mandelbaum zusammen,

das Reich des lichten Friedens auszurufen!

Josef Butscher

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Erst wenn … 1. April 2019

Posted by josefbutscher in Aphorismus mit Foto.
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Haus-Wiese-2019-03.3516

Erst wenn die Blätter des Kleinmuts von deinem Lebensbaum abgefallen sind, kannst du auf einen neuen Frühling hoffen.

Josef Butscher

Frühling 1. April 2019

Posted by josefbutscher in Haiku.
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Viol.-Blumen-2019-03.3526

Frühlingsentzücken!

Ich bade in Freundlichkeit,

staune und bete.

Josef Butscher

Sperr dich nicht ein 1. April 2019

Posted by josefbutscher in Gedicht mit Foto.
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Weinberg-Pavillon-2019-03.3

Sperr dich nicht ein in deine Zelle,

tritt nicht beständig auf der Stelle,

lass den Ballast der Furcht zurück!

Nur in der Sicht nach vorne liegt das Glück.

 

Zwar kannst du nicht im Voraus sehen,

ob Düfte oder Stürme wehen,

doch wer sich kummervoll versteckt,

der hat noch nie ein neues Land entdeckt.

 

Sieh jedem Tag mit Mut entgegen,

denn die bequem die Sorgen pflegen,

verschlafen ihre Frühlingszeit.

Flick‘ länger nicht dein altes Winterkleid!

 

Warum gelähmt aufs Dunkle stieren?

Wer nichts mehr wagt, kann nur verlieren.

Doch wer schon heute Zukunft denkt,

wird von dem Leben überreich beschenkt.

Josef Butscher

Wunschzettel 1. Januar 2019

Posted by josefbutscher in Gedicht mit Foto.
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Wenn ich uns etwas wünschen dürfte,

dann dies:

Fliederduft des Frühlings in Haar und Gemüt,

Lerchengesang des Sommers in Auge und Herz,

Seelenfrucht des Herbstes für Nahrung und Aussaat

und im Winter Schnee, der das Versäumte zudeckt.

 

Wenn ich uns etwas wünschen dürfte,

dann dies:

Beflügelte Füße am Morgen,

heilende Hände für den Tag,

besonnte Felder am Abend

und eine Decke zur Nacht, die das Misslungene einrollt.

 

Das wünschte ich uns

für jedes vergangene und kommende Jahr,

für jeden gewesenen und noch zu erwartenden Tag.

Josef Butscher

(Aus: Josef Butscher, Wachsen in der Liebe, Seite 269)

Jahreszeit – Lebenszeit 1. August 2018

Posted by josefbutscher in Gedicht mit Foto.
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Felder.Strohballen.-DSC_237

Der Frühling

durchpflügt die Felder.

Der Sommer

lässt das Saatgut wachsen.

Der Herbst

bringt die Ernte ein.

Der Winter

lädt ein zur Ruhe.

 

So sei auch du:

Pflüge, wachse, ernte, ruhe!

Josef Butscher

 

 

 

Jetzt, da es wieder grünt und blüht 2. Mai 2018

Posted by josefbutscher in Gedicht mit Foto.
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Schwertlilie-2011-05.-5516

Jetzt, da es wieder grünt und blüht,

zeigt sich erneut des Frühlings Macht.

In jedem Halm, in jeder Blume,

in jedem Baum wird Licht entfacht.

 

Das Licht vom ersten Schöpfungstage

scheint noch bis heute uns zugut,

lässt uns auf Schutz und Segen bauen

und schenkt uns Schaffenskraft und Mut.

 

Ist auch die Welt durch Schuld zerzaust

und stöhnt die ganze Kreatur:

In jedem Lichtstrahl unsres Lebens

sind wir dem Wunder auf der Spur.

 

Das lasst uns nie vor Gott vergessen;

und auch sein Zukunftswirken nicht!

Gefahr und Schatten werden weichen.

Bald leuchtet uns das ew’ge Licht.

Josef Butscher

Resignation am Frühlingsanfang 1. März 2018

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Winterlandschaft-2010-12.-6

Da lag er nun,

der lange Winter,

und wusste genau,

dass er den nächsten Frühling

nicht überstehen würde.

 

Da lag er nun,

der Winter,

langgestreckt,

Tränen in den Augen.

 

Trauerkloß!

Warum wartest du nicht

mit Freuden

auf den nächsten Winter?

Josef Butscher

Gefährlich 1. November 2016

Posted by josefbutscher in Gedicht mit Foto.
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bank-tisch-stuhle-2016-09

Auf der Terrasse
sitzt ein grau-gefleckter Greis,
und wir – wie alle Jubeljahre wieder –
besingen den verflossenen Frühling.
Die Menetekel, zu oft an die Wand gemalt:
Unleserlich, verblasst.
Die Daseinstafel der Menschheit ist schwarz.
Die Tempeldiener haben sich aus dem Staube gemacht.
Gottes Prophetenschüler mitsamt ihren Lehrern
befinden sich auf Klassenfahrt.
Die Könige, besoffen, seit eh und je,
haben den Anrufbeantworter eingeschaltet.
Piep, piep. „Sprechen Sie jetzt!“ –
Mich hat keiner zurückgerufen.

Die Zeit rafft sich zusammen und haut ab.
Die Geschichte stürzt vom Sockel
und keiner bemerkt es.
Wir sind und leben gefährlich und wissen es nicht.

Josef Butscher

Und kennst du das Land noch nicht 1. April 2016

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Oase.-Fuerteventura.-3765

Und kennst du das Land noch nicht,
die Stelle heiligen Bodens,
da man die Schuhe auszieht,
weil der Himmel die Erde berührt,
da man vernimmt die Stimme, die ewig-eine,
wie Frühlingsgesang und Donnergebärde,
da man dem gleißenden Lichte verfällt
und dasteht erschrocken vorm Wunder,
verharrend in Ehrfurcht und Ahnung …

Und kennst du das Land noch nicht,
die Stelle heiligen Bodens,
bedenke es gut:
Nicht sucht der Mensch die Stunde des Gottes.
Wem Erwählung geschieht,
weiß nichts von Begehren.
Kraft der Geduld reift im Verzicht,
und Begnadung zur Stimme
entsteht in Kammern des Schweigens.

Und kennst du das Land noch nicht,
die Stelle heiligen Bodens,
bedenke es gut:
Dich selber musst du lassen,
um dich ganz zu verlassen auf Gott.

Josef Butscher