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Gott, lass uns das Fenster offen 1. März 2019

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Hotel.-Kreta-2010.1308.jpg

Gott, wir sehn an allen Enden

Aufruhr und Zerrissenheit.

Wer soll all das Unglück wenden?

Alle scheitern, sind zu schwach.

 

Keiner kann die Bürden tragen,

die die Urschuld ausgelöst.

Immer bleiben Qual und Fragen,

wuchernd bis zum höchsten Dach.

 

Sind wir schutzlos preisgegeben?

Nein, der Glaube sagt: Wir sind

ausgerichtet auf das Leben,

dorthin wachsend nach und nach.

 

Gott, lass uns das Fenster offen,

das den Blick zur Zukunft zeigt,

nähre Strahlkraft, Mut und Hoffen,

halt in uns das Sehnen wach!

Josef Butscher

Menschenzeit 1. Januar 2019

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Weinberg-im-Herbst.-2018-11

Ach, wie kurz blüht Menschenzeit,

prall gefüllt mit Frust und Fragen!

Dennoch: Jeder ist bereit,

mehr zu kämpfen als zu klagen.

 

Tief verborgen wächst ein Mut,

unverwandt nach vorn zu blicken.

Jeder sagt sich: Es wird gut,

meine Wegfahrt wird wohl glücken.

 

Dass du siegst, ist gottgewollt.

Er hat’s dir ins Herz gespeichert.

Er will, dass des Glaubens Gold

sichtbar deinen Tag bereichert.

 

Schlucht und Enge weiten sich

und du kannst ins Lichte schreiten.

Kraft und Tröstung werden dich

bis zum jüngsten Tag begleiten.

Josef Butscher

Wenn die Sonne an Glanz verliert 1. April 2018

Posted by josefbutscher in Gedicht mit Foto.
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Wolken-2011-07.7506-Kopie

Wenn die Sonne an Glanz verliert,

sich Nebel in deine Seele schleichen will

und die bohrenden Fragen an die Türe klopfen,

dann bete zu Gott,

dass er dir einen Menschen schickt,

der dich annimmt so wie du bist,

dir achtsam und rücksichtsvoll zuhört,

deine Wunden mit dem Balsam der Liebe benetzt

und dich stützt, damit dein schwankender Gang weicht

und du wieder neue Spannkraft erhältst.

 

Wenn die Sonne an Glanz verliert,

erbitte einen verständigen Freund,

der zu dir kommt und dich im Namen Jesu segnet.

Josef Butscher

Ein Farbtupfer 2. Februar 2018

Posted by josefbutscher in Gedicht mit Foto.
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Irgendwann eingetaucht

in den Farbtopf,

um mit dem Pinsel

ein Pünktchen,

einen Strich,

ein Kästchen,

eine Krümmung,

einen Wolkenzug zu malen.

 

Wie immer du dich siehst,

was immer du sein willst,

irgendwo findest du dich wieder

als Farbtupfer;

wirst schließlich eingerahmt

zusammen mit vielen anderen

zu einem Gesamtbild,

das, je nach Sichtweise

– konkret oder abstrakt –

bei der Betrachtung

immer wieder neue Fragen aufwirft.

Josef Butscher

Alle Tage 1. Januar 2017

Posted by josefbutscher in Gedicht mit Foto.
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pavillon-menorca-2012-107

Manche Tage werden zum Feuerschweif
und erleuchten den Himmel,
manche zum Gewitter und Erdbeben.
Manche Tage werden zu Wasser
und befeuchten die Felder,
manche erstarren zu Zement.

An manchen Tagen
wirst du um Monate jünger,
an anderen alterst du um Jahre.
An manchen Tagen
springen die Antworten auf wie Knospen,
an anderen bleiben dir schon die Fragen
als Pfeile im Körper stecken.

Ob du ruhst, gehst, fliegst, fällst:
Du bist Würfel und der Gewürfelte,
Arbeit und Schlaf,
Strömung und Ankerplatz,
Wolke und Wind,
Aussaat und Frucht,
Notenschrift und Stimme.
Und das immer zugleich.

Nach satter Vergangenheit
wartet die hungrige Zukunft.
Alle Tage sind unantastbar,
rätselhaft, heilig.

Josef Butscher

Stumpfsinn 1. März 2016

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Tische.-Stuehle.-Fuertevent.jpg

Den ganzen Tag
kein Kunde
Jetzt reicht’s mir
Jetzt schließe ich zu
Jetzt gehe ich
schrieb die Antwort
ins Tagebuch

Keine Fragen

Irgendwo
hinter Schloss und Riegel
altern sie vor sich hin
vertrocknen
wie ein Büschel Gras

Josef Butscher

Warum? 3. November 2014

Posted by josefbutscher in Meditation mit Foto.
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Strauch-mit-roten-Beeren.-L

Schwer genug,

nicht den eigenen Fragen

auszuweichen.

 

Schwerer,

sich den Fragen Gottes

zu stellen.

 

Warum?

Hat er nicht längst

die Antworten bereit?

 

Josef Butscher