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Heute 1. Oktober 2020

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Gehe hin, die Saat zu säen!

Diese Welt will Brot.

Wenn das Feld von Unkraut wuchert,

trifft auch dich die Not.

 

Korn braucht lange bis zur Ernte.

Schnell ist es gemäht.

Was du tun sollst, das tu heute!

Morgen ist’s zu spät.

Josef Butscher

Abend 1. Oktober 2019

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Es ist Abend geworden.

Im Fluss schwimmt knorriges Holz.

Meinen Weg säumen Brombeerhecken.

Das erntereife Feld dort drüben

schließt seine Augen zu gründlichem Schlaf.

 

Leise gehe ich heim.

Duft und Würze begleiten mich.

Josef Butscher

 

Der Flug in den Weltraum 1. Mai 2017

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Der Flug in den Weltraum

endet irgendwann auf der Erde.

Flucht auf eine Insel der Seligen

ist ein unseliges Unterfangen.

Rückschritt in Bunker und Höhlen

bringt keine Sicherheit.

Wovor fliehst du?

 

Du kannst dich nicht entfernen;

auch die Ferne ist sein.

Du kannst dich nicht verstecken;

er hat deinen Platz schon ausgemacht.

Wohin willst du fliehen

vor Gottes Geist und Angesicht?

 

Ungeschützt stehst du da

wie Gras auf freiem Felde:

keine Mauern, kein Dach,

kein Unterschlupf.

So wird er dir begegnen.

Du kannst ihm nicht entfliehen.

 

Da bleibt nur eins:

Flucht in seine Arme.

 

Josef Butscher

Alle Tage 1. Januar 2017

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Manche Tage werden zum Feuerschweif
und erleuchten den Himmel,
manche zum Gewitter und Erdbeben.
Manche Tage werden zu Wasser
und befeuchten die Felder,
manche erstarren zu Zement.

An manchen Tagen
wirst du um Monate jünger,
an anderen alterst du um Jahre.
An manchen Tagen
springen die Antworten auf wie Knospen,
an anderen bleiben dir schon die Fragen
als Pfeile im Körper stecken.

Ob du ruhst, gehst, fliegst, fällst:
Du bist Würfel und der Gewürfelte,
Arbeit und Schlaf,
Strömung und Ankerplatz,
Wolke und Wind,
Aussaat und Frucht,
Notenschrift und Stimme.
Und das immer zugleich.

Nach satter Vergangenheit
wartet die hungrige Zukunft.
Alle Tage sind unantastbar,
rätselhaft, heilig.

Josef Butscher

Zeitpunkt 1. Februar 2016

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Wenn die Sonne still steht
über dem Feld,
du deinen Schritt verzögerst,
innehältst,
weil dir plötzlich bewusst wird:
Alles Leben
ist dem Licht ausgesetzt …

Wenn dir das wiederfährt,
dann wirst du
von diesem Zeitpunkt an,
gelassener
deine Tage durchwandern.

Josef Butscher